Wiesbaden nutzt die Eurocities-Konferenz in Utrecht, um von Europas Städten zu lernen und neue Impulse mitzunehmen.
Wie können Städte nachhaltiger, sozialer und widerstandsfähiger werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die diesjährige Eurocities-Konferenz im niederländischen Utrecht. Auch Wiesbaden war beim 40. Jahrestreffen des europäischen Städtenetzwerks vertreten und nutzte die Gelegenheit, Erfahrungen mit Kommunen aus ganz Europa auszutauschen.
Über den Tellerrand blicken
Unter dem Motto „Sharing Horizons, Connecting People“ diskutierten Vertreter europäischer Großstädte über nachhaltige Stadtentwicklung, soziale Teilhabe und den Umgang mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. Für Wiesbaden stand dabei vor allem der Blick über den eigenen Tellerrand im Mittelpunkt.
„Dieses Motto beschreibt auch genau das, was wir mit unserer Mitgliedschaft bei Eurocities erreichen möchten: unseren Horizont erweitern, Verbindungen und Zusammenarbeit mit anderen europäischen Städten aufbauen und vertiefen“, sagte Europadezernentin Maral Koohestanian nach ihrer Rückkehr aus Utrecht. Städte in ganz Europa stünden vor ähnlichen Aufgaben. Der direkte Austausch helfe dabei, erfolgreiche Ansätze kennenzulernen und neue Ideen für die kommunale Arbeit in Wiesbaden mitzunehmen.
Demokratie als gemeinsamer Auftrag
Neben Fachthemen setzte die Eurocities-Konferenz auch ein politisches Signal. Beim Bürgermeistergipfel bekannten sich die Mitgliedsstädte ausdrücklich zur Verteidigung demokratischer Werte und zu einer stärkeren Solidarität unter Europas Kommunen. Aufmerksamkeit erhielt dabei die Auszeichnung des in der Türkei inhaftierten Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu mit dem Eurocities-Award in der Kategorie „City Heroes“.
Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer über zunehmende Anfeindungen und Bedrohungen gegen kommunale Mandatsträger in sozialen Netzwerken und über die Frage, wie demokratische Institutionen auf lokaler Ebene gestärkt werden können.
Europas Städte vernetzen sich
Für Wiesbaden bleibt Eurocities eine wichtige Plattform, um europäische Erfahrungen für die Weiterentwicklung der Stadt nutzbar zu machen. Seit seiner Gründung im Jahr 1986 ist das Netzwerk von sechs Mitgliedsstädten auf mehr als 220 Großstädte aus über 38 Ländern gewachsen. Ziel des Zusammenschlusses ist es, bewährte Lösungen auszutauschen und die Interessen der Städte gegenüber den Institutionen der Europäischen Union wirksam zu vertreten.
Zu den besonders engagierten Mitgliedern zählt seit Jahrzehnten auch Frankfurt am Main, das derzeit dem Exekutivkomitee von Eurocities angehört. Das nächste Jahrestreffen des Städtenetzwerks findet 2027 in Sofia statt.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert
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