Die Arbeitslosenquote steigt im Juni um 0,2 Prozentpunkte auf nun 6,5 Prozent. Insgesamt sind 456 mehr Arbeitslose gemeldet als im noch im Mai. 

Es ist erschreckend: Die Anzahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen und der Stellenbestand stagnieren auf dem niedrigen Niveau des Vormonats. Die saisonbedingte Belebung des Arbeitsmarktes findet kaum statt. Im Juni waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 16552 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 456 Personen oder einer Arbeitslosenquote von +2,8 Prozent. Auch im  Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III) stieg die Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vormonat haben 123 Personen Unterstützung vom Land beantragt. Damit sind aktuell 333 Personen nach dem SGB II arbeitslos gemeldet.

„Insbesondere die Zugänge aus Erwerbstätigkeit sind im Agenturbezirk Wiesbaden gegenüber Mai deutlich geringer ausgefallen. Dennoch spiegeln sich die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Unsicherheiten vor allem in der zurückhaltenden Nachfrage nach Arbeitskräften und in der geringeren Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.“ – Stephen Spieker, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Wiesbaden

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Juni 2020 in beiden Rechtskreisen 3314 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, ein Anstieg um +25 Prozent. Die Betrachtung der beiden Rechtskreise zeigt eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Im Rechtskreis SGB III waren gegenüber dem Vorjahr 2116 Menschen mehr ohne Arbeit (+56,8 Prozent), im Rechtskreis SGB II waren es 1198 Menschen mehr (+12,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote für Juni 2020 liegt bei 6,5 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um +0,2 Prozentpunkte, gegenüber dem Vorjahresmonat ein Anstieg um +1,3 Prozentpunkte.

Stadt Wiesbaden

In der Landeshauptstadt Wiesbaden waren 11795 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,6 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um +0,2 Prozentpunkte. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Arbeitslosenzahl insgesamt um 2268 Personen (+23,8 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III im Juni 2020 um 196 Personen (+5,5 Prozent), im Rechtskreis SGB II gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 220 Personen oder +2,8 Prozent. Im Bereich des Rechtskreises SGB II waren im Vorjahresvergleich 855 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+11,9 Prozent), im Rechtskreis SGB III waren es 1413 Menschen mehr (+60 Prozent).

Rheingau-Taunus-Kreis:

Im Rheingau-Taunus-Kreis waren 4757 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Juni blieb mit 4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gleich. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 1046 Personen (+28,2 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat waren im Rechtskreis SGB III 73 Personen weniger arbeitslos (-3,4 Prozent). Innerhalb des Rechtskreises SGB II stieg die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 113 Personen (+4,4 Prozent). Für den Bereich des Rechtskreises SGB II ergibt sich im Vorjahresvergleich ein Anstieg um 343 Personen (+14,7 Prozent). Im Bereich des Rechtskreises SGB III waren es 703 Personen mehr (+51,3 Prozent) als vor einem Jahr.

Arbeitslosenquote: Zu- und Abgang

Im Juni 2020 wurden im Agenturbezirk 2336 Eintritte in und 1876 Abgänge aus Arbeitslosigkeit registriert. Damit sank der Zugang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 386 Personen oder -14,2 Prozent. Der Abgang aus Arbeitslosigkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 1.018 Personen (-35,2 Prozent).

Gemeldete Stellen

Der Arbeitsagentur Wiesbaden wurden im Juni 522 freie Stellen gemeldet. Dies sind 340 Stellen weniger (-39,4 Prozent) als vor einem Jahr. Mit 2440 gemeldeten offenen Stellen ist der Bestand im Vorjahresvergleich um 625 Stellen kleiner (-20,4 Prozent).

Anzeigen zur Kurzarbeit

Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit hat sich im Juni nach dem historischen Hoch im April und Mai auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Im April und Mai waren im Wiesbadener Agenturbezirk 4.275 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Dahinter standen 40614 Beschäftigte. Im Juni gab es nach vorläufigen Erhebungen 180 Anzeigen für 2333 Beschäftigte. „Durch massiven Personaleinsatz aus mehreren Bereichen und Überstunden unserer Mitarbeiter ist es gelungen, Verzögerungen bei der Bearbeitung weitestgehend zu vermeiden und die Leistung an die Unternehmen pünktlich auszuzahlen. Schwierigkeiten treten vor allem durch unvollständige Anträge und Abrechnungen auf“, erklärt Stephen Spieker.

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2019 haben sich im Wiesbadener Agenturbezirk insgesamt 2265 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Rückgang um 200 Personen oder -8,1 Prozent.

956 Bewerber sind heute noch nicht versorgt. Ein Jahr zuvor waren es 1069, was einen Rückgang um 113 junge Menschen oder 10,6 Prozent bedeutet.

Demgegenüber stehen derzeit insgesamt 2.092 gemeldete Berufsausbildungsstellen, im Vergleich zum Juni 2019 ein Rückgang um 322 Stellen (-13,3 Prozent).

1015 Ausbildungsstellen sind momentan noch nicht besetzt, dies bedeutet im Vorjahresvergleich einen leichten Zuwachs um 58 Stellen oder 6,1 Prozent.

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Die offizielle Internetseite der Agentur für Arbeit in Wiesbaden finden Sie unter www.arbeitsagentur.de.

 

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