Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen. Jeder dritte Betrieb hat Kurzarbeit angezeigt. Auf dem Arbeitsmarkt in Wiesbaden sind das 2396 Betriebe. Auffällig ist der Zuwachs im Rechtskreis SGB III.

Im April 2020 waren auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 14941 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das einen Anstieg um 1733 Personen oder +13,1 Prozent. Der Blick auf die beiden Rechtskreise zeigt eine differenzierte Entwicklung. Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III) stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 1132 Personen oder +27,8 Prozent, im Rechtskreis SGB II stieg die Arbeitslosigkeit mit 601 Personen um +6,6 Prozent.

„Die Auswirkungen der Coronakrise zeigen sich nun deutlich auf dem Arbeitsmarkt. Wäre im April üblicherweise saisonbedingt ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, steigt diese gegenüber dem Vormonat nun deutlich an. Dies liegt zum einen daran, dass sich die Zugänge aus Erwerbstätigkeit deutlich erhöht haben.“ – Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden

Rückblick 2019: Im Vergleich waren im April 2020 in beiden Rechtskreisen 1313 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Das entspricht einem Anstieg um +9,6 Prozent. Im Rechtskreis SGB III waren gegenüber dem Vorjahr 1285 Menschen mehr ohne Arbeit (+32,8 Prozent), im Rechtskreis SGB II waren es 28 Menschen mehr (+0,3 Prozent). Damit steigt die Arbeitslosenquote für April 2020 um m0,7 Prozent auf 5,9 Prozent. Im Vergleich zum Monat März 2020 bedeutet das ein Anstieg um +0,5 Prozent.

„Die hohe Zahl der Anzeigen zur Kurzarbeit in Wiesbaden zeigt, dass dieses Mittel aktuell von Arbeitgebern stark genutzt wird um  Arbeitslosigkeit zu vermieden. Damit bleiben Arbeitsplätze und eingearbeitete Arbeitskräfte den Betrieben erhalten. Wie viele Personen letztlich von der Kurzarbeit betroffen sind, lässt sich erst in den nächsten Monaten sagen, wenn die Betriebe das Kurzarbeitergeld mit der Arbeitsagentur abrechnen.“ – Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden, erklärt hierzu:

Kurzarbeit, plötzliche Arbeitslosigkeit – das Corona-Schwert ist durch sämtliche Personengruppen am Arbeitsmarkt gegangen. Dazu kommt, dass die Abgänge in Erwerbstätigkeit in diesem Monat signifikant gesunken sind, weil viele Betriebe keine Einstellungen vornehmen. Außerdem wurden der Arbeitsagentur wegen der Einschränkungen und Auswirkungen durch den Coronavirus deutlich weniger offene Stellen von Arbeitgebern gemeldet als in einem April üblich.

Arbeitsmarkt in Wiesbaden

In der Landeshauptstadt Wiesbaden waren 10592 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,9 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um +0,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr steigt die Arbeitslosenzahl insgesamt um 827 Personen (+8,5 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III im April 2020 um 765 Personen (+31,3 Prozent), im Rechtskreis SGB II gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 411 Personen oder +5,9 Prozent. Im Bereich des Rechtskreises SGB II waren im Vorjahresvergleich 51 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen (+0,7 Prozent), im Rechtskreis SGB III waren es 776 Menschen mehr (+31,9 Prozent).

Arbeitsmarkt im Rheingau-Taunus-Kreis

Im Rheingau-Taunus-Kreis waren 4.349 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im April betrug 4,4 Prozent, gegenüber dem Vormonat ein Anstieg um +0,6 Prozentpunkte. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 486 Personen (+12,6 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat waren im Rechtskreis SGB III 367 Personen mehr arbeitslos (+22,6 Prozent). Innerhalb des Rechtskreises SGB II stieg die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 190 Personen (+8,8 Prozent). Für den Bereich des Rechtskreises SGB II ergibt sich im Vorjahresvergleich ein Rückgang um 23 Personen (-1,0 Prozent). Im Bereich des Rechtskreises SGB III waren es 509 Personen mehr (+34,3 Prozent) als vor einem Jahr.

Rechtskreise SGB II und SGB III

Im April 2020 wurden 3574 Eintritte in und 1840 Abgänge aus Arbeitslosigkeit registriert. Damit stieg der Zugang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 852 Personen oder +31,3 Prozent. Insbesondere der Zugang aus Erwerbstätigkeit stieg dabei um +79,3 Prozent. Besonders viele Arbeitslosmeldungen gab es aus den Bereichen Gastgewerbe, Handel, Arbeitnehmerüberlassung sowie Verkehr und Lagerei. Der Abgang aus Arbeitslosigkeit sank gegenüber dem Vorjahr um 1388 Personen (-43,0 Prozent). Einen Rückgang der Abgänge in Erwerbstätigkeit gab es insbesondere in den Bereichen Verkehr und Logistik sowie in den Berufen des Gastgewerbes.

Gemeldeter Stellen

Der Arbeitsagentur Wiesbaden wurden im April 537 freie Stellen gemeldet. Dies sind 332 Stellen weniger (-38,2 Prozent) als vor einem Jahr. Mit 2749 gemeldeten offenen Stellen ist der Bestand im Vorjahresvergleich um 276 Stellen kleiner (-9,1 Prozent).

Kurzarbeit

In den letzten beiden Monaten gingen in der Arbeitsagentur Wiesbaden insgesamt 3784 Anzeigen zur Kurzarbeit ein. Hiervon haben 2396 Betriebe in der Landeshauptstadt Wiesbaden Kurzarbeit angezeigt. 1388 Anzeigen zur Kurzarbeit kamen von Betrieben aus dem Rheingau-Taunus-Kreis. Die Anzeigen kommen aus nahezu allen Branchen. Schwerpunkte sind Gastgewerbe und Handel.

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Die offizielle Internetseite der Agentur für Arbeit in Wiesbaden finden Sie unter www.arbeitsagentur.de.

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