Beim Charity Lauf der Obermayr Europa-Schule entstanden Kilometer, Gemeinschaft – und rund 10.000 Euro Hilfe.
Es begann mit einem Mikrofon, ein paar aufgeregten Stimmen und einer Tribüne, die sich langsam füllte. Namen wurden aufgerufen, Klassen sortierten sich, irgendwo wurde noch geschnürt, gezählt, gelacht. Dann hob sich die Stimmung – und plötzlich lief alles. Beim 1. Charity Lauf der Obermayr Europa-Schule Campus Stauferland und Campus Erbenheim im Helmut-Schön-Sportpark ging es am Mittwoch nicht um Bestzeiten. Es ging um Bewegung, die Wirkung entfaltet. Rund 200 Schüler drehten ihre Runden, zählten Schritte, feuerten sich an – und sammelten dabei etwas, das sich nicht messen lässt: Verantwortung.
Kilometer für den guten Zweck
Am Ende kamen 433 Kilometer zusammen. Eine Zahl, die nüchtern wirkt – und doch eine Geschichte erzählt. Denn jeder Meter stand für ein Versprechen: „Kinder helfen Kindern“. Genau dieses Motto trägt die Charity AG, die den Lauf organisiert hat und längst mehr ist als ein Schulprojekt.
Die Kinder entscheiden selbst, wohin die Spenden fließen. Sie diskutieren, wählen aus, übernehmen Verantwortung. In diesem Jahr unterstützen sie Projekte wie VITA Assistenzhunde, die Clowndoktoren oder das Clementine Kinderhospital. Organisationen, die helfen, wenn das Leben aus dem Takt gerät.
Dass dabei rund 10.000 Euro zusammengekommen sind, wirkt fast beiläufig. Wichtiger bleibt der Weg dorthin.

Zwischen Laola-Welle und Listenwirtschaft
Die Atmosphäre schwankte an diesem Vormittag zwischen Sportfest und kleiner Festivalbühne. Moderator Chris Scheler rief zur Laola-Welle auf, Kinder streckten die Arme in die Luft, lachten, schauten sich um. „Klappt besser als in der Schule“, rief jemand – und erntete zustimmendes Kichern.
Zwischen den Runden entstand ein eigenes System: Farbige Gummis wanderten von Hand zu Hand, Namen wurden notiert, Runden gezählt. Ein bisschen Chaos gehörte dazu, aber es war produktives Chaos. Eines, das zeigt, wie Engagement wächst, wenn man es zulässt.
Unterstützung kam von allen Seiten. Eltern klatschten, Lehrkräfte koordinierten, und das Taunuswunderland brachte als Partner Spielangebote und Energie mit. Und wenn jemandem die Lauft ausging, waren die Clown-Doktoren gleich zur Stelle. Darüberhinaus übernimmt das Taunus Wunderland die Kosten für einen geplanten Ausflug für eine Gruppe Kinder aus dem Bethanien Kinder- und Jugenddorf. Eine Geste, die über den Tag hinaus wirkt.
Lernen, das bleibt
Die Charity AG hat sich an der Obermayr Europa-Schule fest verankert. Was als Initiative engagierter Eltern begann, ist zu zu einem festen Bestandteil des Schullebens gereift. Kinder lernen hier nicht nur rechnen oder schreiben. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen. Und sie erleben, dass Handeln Konsequenzen hat – im besten Sinne.
Der Charity Lauf wirkt dabei wie ein Brennglas. Er bündelt Energie, macht Engagement sichtbar und übersetzt abstrakte Werte in konkrete Schritte. Jeder Lauf, jede Runde zeigt: Solidarität entsteht nicht im Lehrbuch, sondern im Tun.

Ein Tag, der nachwirkt
Am Ende zählten die Kinder ihre Runden. Einige kamen außer Atem ins Ziel, andere liefen einfach weiter, weil es gerade so gut lief. Die Tribüne leerte sich langsam, Stimmen wurden leiser – doch etwas bleibt. Es ist die Erkenntnis, dass man gemeinsam mehr erreicht. Und vielleicht auch das gute Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben.
Foto – Charity Lauf im Helmut-Schön-Sportpark ©2026 Volker Watschounek
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