Bundesbildungsministerin Prien trifft Schwarz in Wiesbaden. Austausch über Bildung, Deutschförderung und Schulabschlüsse.
Wenn Bundes- und Landespolitik aufeinandertreffen, geht es selten nur um Zahlen. Beim Besuch von Bundesbildungsministerin Karin Prien in Wiesbaden rückte der Austausch mit Hessens Kultusminister Armin Schwarz vor allem konkrete Erfahrungen in den Mittelpunkt. Themen wie frühe Deutschförderung, Schulabbrecherquoten und bundesweite Programme bestimmten das Gespräch.
Prien machte deutlich, wie entscheidend Bildung für gesellschaftliche Stabilität bleibt. „Bildung ist der Schlüssel zu fast allen Herausforderungen“, sagte sie und betonte die Bedeutung eines chancengerechten Zugangs. Besonders wichtig sei es, dass junge Menschen die Schule mit einem Abschluss verlassen. Genau hier sieht sie Hessen auf einem guten Weg: „Da geht Hessen mit sehr gutem Beispiel voran.“
Hessen setzt auf frühe Förderung
Tatsächlich verzeichnet Hessen trotz eines hohen Anteils an Schülern mit Migrationshintergrund eine vergleichsweise niedrige Schulabbrecherquote. Ein Grund liegt in der frühen Förderung. Programme wie verpflichtende Sprachkurse vor der Einschulung oder ausgebaute Deutschangebote greifen früh ein und begleiten Kinder kontinuierlich.
Auch in den Schulen selbst setzt das Land stärker auf Werte- und Demokratiebildung. In Deutsch-Intensivklassen etwa sind seit dem Schuljahr 2024/2025 feste Unterrichtsstunden dafür vorgesehen. Der Hintergrund ist klar: Bildung soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Orientierung geben – gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spannungen.
Gemeinsame Verantwortung für Bildung
Der Austausch zwischen Bund und Ländern gewinnt damit an Gewicht. Schwarz unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Angesichts der Herausforderungen […] ist der Austausch zwischen Bund und Ländern gerade aktuell von besonderem Wert.“ Gleichzeitig sieht er Hessen in einer Vorreiterrolle, etwa bei der Deutschförderung oder den Erfolgen bei Schulabschlüssen.
Neben landesspezifischen Maßnahmen ging es auch um bundesweite Initiativen wie das Startchancenprogramm oder den Einsatz von Daten zur Unterrichtsentwicklung. Hinzu kommen neue Impulse des Bundes, etwa Investitionen in Deradikalisierungsprojekte.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Treffens, das weniger auf Symbolik setzte als auf konkrete Ansätze. Der Austausch zwischen Bundesbildungsministerin Prien und Hessen zeigt: Bildungspolitik entsteht dort, wo Erfahrungen geteilt und Lösungen gemeinsam weiterentwickelt werden.
Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Biebrich lesen Sie hier.
Die Internetseite des Hessischen Kultusministeriums finden Sie unter kultusministerium.hessen.de.




Eurocities: Wiesbaden sucht Lösungen im Netzwerk
Hessen setzt sich bei Bundesjugendspielen durch
Coffee with a Cop bringt Polizei und Bürger zusammen
Musik kennt keine Grenzen: Wiesbaden und Breslau im Dialog
Förderprogramm für interkulturelle Projekte: Gemeinsam Kultur erleben
80 Jahre Auschwitz: Bildung als Schlüssel gegen Antisemitismus 
