Kaum wird es draußen wärmer, schwirren auch wieder Wespen und Bienen durch die Luft und stören den Nachmittagskaffee im Freien  oder Grillabend. 

Bienen und allen anderen Insekten geht es immer schlechter. Der Mensch und die Landwirtschaft mit seinen tödlichen Pestiziden ist dafür mit verantwortlich. Aber auch die Nahrungsgrundlage wird deutlich stärker als früher reduziert. Wenn jetzt überall in und um Wiesbaden Balkone und Fenster mit bunten Sommerblumen geschmückt werden, ist das ein idealer Zeitpunkt, um etwas für die bedrohte Insektenwelt zu tun. Das weiß auch Wiesbadens Imkerverein und startet deshalb die Aktion „Bienenfreundliche Blumenkästen – weil jeder Quadratmeter zählt!“.

„In den letzten 30 Jahren haben wir mehr als zwei Drittel der Insekten in Deutschland verloren. Das hat dramatische Auswirkungen in der Natur, denn wenn die Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge seltener werden, dann werden auch immer weniger Blüten bestäubt und die Artenvielfalt geht verloren.“ – Siggi Schneider, der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden

Die Ursachen für das Insektensterben sind in erster Linie der Mangel an Nahrung und Nistmöglichkeiten. Flächenverluste und intensivere landwirtschaftliche Nutzungen führen zu einem Rückgang an nektar- und blütenstaubspendenden Pflanzen. Mit einer guten Auswahl der Pflanzen für den Balkonkasten kann jeder den summenden Honigsammlerinnen neue Nahrungsquellen erschließen und mit dazu sorgen, dass ihre Lebensbedingungen etwa für Bienen verbessert werden.

„Jeder Blumenkasten ist eine Bereicherung des Insektenküchenzettels und viele tausend Blumenkästen bilden eine große Blumenwiese. Das ist gut so, denn jeder Quadratmeter zählt.“ – Siggi Schneider, der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden

Die Mitglieder des Wiesbadener Imkervereins haben in den letzten Tagen mehr als 60 Gärtnereien und Blumenläden in der Stadt angeschrieben. Neben einem bunten Plakat, das für bienenfreundliche Blumenkästen wirbt, liegt dem Brief auch eine Liste mit Pflanzen bei, die für Insekten besonders attraktiv sind. Die Gärtnerinnen und Gärtner kennen die Lebensbedingungen dieser Balkonblumen bestens und beraten gerne.

„Geranien sind leider für viele Insekten nicht interessant, weil sie als Nahrungsspender nicht geeignet sind.“ – Siggi Schneider, der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden

Schön und bunt ist nicht unbedingt das Beste, weiß Schneider zu berichten. Geranien beispielsweise sind als Nahrungsspender nicht geeignet. An ihrer Stelle empfehlen sich Fächerblume, Verbenen, Vergissmeinnicht, Vanilleblume oder Männertreu. „Besonders gut eignen sich auch mediterrane Kräuter wie Lavendel, Bergbohnenkraut, Thymian und Salbei, die man zu den Blütenpflanzen arrangieren kann. Dann hat man auf dem Fensterbrett nicht nur einen schönen Sommerflor, sondern auch gleich noch frische Zutaten für die Sommerküche.“

Gartenvielfalt

Auch im Garten kann man die heimischen Insekten durch eine geschickte Pflanzenauswahl fördern. Statt Kirschlorbeer, der Vögeln und Insekten wenig bietet, kann man Kornelkirsche, Haselnuss, Felsenbirne, Mispel, gemeiner Schneeball, Traubenholunder oder Heckenkirschen pflanzen. Sie bilden einen bunt blühenden Blickfang und sind bei „Biene Maja und ihren Freunden“ besonders beliebt.

Gut zu Wissen

Was viele nicht wissen: Auch wenn die meisten Insekten für insbesondere für Städter eine lästige Plage sind, sind die per Gesetz geschützt. Wer beispielsweise Wespe ohne vernünftigen Grund fängt, verletzt oder sogar tötet, der macht sich unter Umständen strafbar und muss in Hessen nach dem Tierschutz-Bußgeldkatalog mit einer saftigen Strafe rechnen.

Handelt es sich bei dem Insekt um eine geschützte Art, werden bis 50.000 Euro Bußgeld fällig. Zu den geschützten Arten zählen in Hessen  unter anderem Bienen und Wildbienen, Hornissen, Hummeln oder die rote Liste der Schmetterlinge. Bei Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs-und Ruhestätten der Wespen können Strafen bis zu 15.000 Euro erhoben werden.

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