Menü

kalender

Oktober 2026
M D M D F S S
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  

Partner

Partner

/* */
Ein Akkordeonist und ein Kontrabassist spielen vor Publikum im Hessischen Landtag in Wiesbaden. Die Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge verbindet Musik mit Erinnerungskultur und europäischer Verständigung.

Benefizkonzert im Landtag: Erinnern gegen das Vergessen

Volker Watschounek 1 Monat vor 0

Musik gegen das Vergessen: Im Hessischen Landtag eröffnet ein Benefizkonzert die Spendensammlung des Volksbundes in Hessen.

Der Konzertabend im Hessischen Landtag bildet den Auftakt für eine Arbeit, die weit über das Bewahren von Gräbern hinausreicht. Mit einem Benefizkonzert eröffnet der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge seine diesjährige Haus- und Straßensammlung. Bis zum Jahresende sammeln Ehrenamtliche in Hessen Spenden für Kriegsgräberstätten, Forschung und Bildungsprojekte.

Erinnerung bekommt Gesichter

Landtagspräsidentin Astrid Wallmann, zugleich Schirmherrin des Volksbundes in Hessen, rückte dabei die Bedeutung der Kriegsgräber in den Mittelpunkt. Sie seien „stumme Zeugen der Vergangenheit“ und erzählten von der gewaltvollen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa. Entscheidend sei jedoch, nicht bei den Grabsteinen stehenzubleiben, sondern die Geschichten der Menschen dahinter sichtbar zu machen.

Wie konkret diese Erinnerungsarbeit werden kann, zeigt ein Projekt in Wiesbaden. Der Volksbund untersuchte die Kriegsgräberfelder auf dem Südfriedhof, auf dem mehr als 2.000 Menschen bestattet wurden. Die im vergangenen Jahr abgeschlossene Forschung soll nicht im Archiv verschwinden: Informationstafeln vor Ort und Angebote im Internet machen die Ergebnisse öffentlich zugänglich.

Gerade die individuellen Biografien verändern den Blick auf Geschichte. „Über die Darstellung ihrer individuellen Schicksale erhalten die Opfer ein Gesicht“, sagte Wallmann. Dadurch würden das Leid und die Sinnlosigkeit des Krieges greifbar. Besonders wichtig sei diese Arbeit für junge Menschen, die Krieg und Gewaltherrschaft nur noch aus Erzählungen, Unterricht und historischen Quellen kennen.

Wenn Zeitzeugen fehlen

Auch Karl Starzacher, Landesvorsitzender des Volksbundes und früherer Landtagspräsident, verwies auf die schwindende Zahl der Zeitzeugen. 80 Jahre nach der Gründung Hessens gewinne deshalb die Begegnung mit historischen Orten an Gewicht. Auf Kriegsgräberstätten und Friedhöfen könnten Jugendliche erfahren, „wohin Hass, Gewalt und Ausgrenzung führen“. Zugleich könnten solche Begegnungen zeigen, wie über Grenzen hinweg Freundschaft entsteht.

Der Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge verbindet damit Pflege, Forschung und politische Bildung. Die jährliche Sammlung finanziert einen Teil dieser Arbeit. Im vergangenen Jahr kamen in Hessen rund 97.000 Euro zusammen. Ehrenamtliche sammeln auch diesmal bis Ende des Jahres auf Straßen und an Haustüren. Die Spenden fließen in die Pflege und den Erhalt von Kriegsgräberstätten ebenso wie in Bildungs- und Erinnerungsprojekte. So verbindet die Sammlung praktische Arbeit an historischen Orten mit der Frage, was diese Orte der Gegenwart noch zu sagen haben.

Ein Requiem als Mittelpunkt

Das Benefizkonzert gab dem Anliegen heute im Hessischen Landtag einen künstlerischen Rahmen, der die historische Botschaft nicht nur erklärte, sondern hörbar machte. Im Mittelpunkt stand das von Roger Moreno-Rathgeb komponierte „Requiem für Auschwitz“, das gemeinsam mit Janusch Hallema aufgeführt wurde. Das Werk erinnert an die Sinti und Roma, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Ein Musiker spielt bei einem Konzert in Wiesbaden Kontrabass. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und verbindet Musik mit Erinnerungskultur und dem Gedanken der Völkerverständigung.
Musik für Erinnerung und Verständigung: Ein Kontrabassist während des Konzerts zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. ©2026 Hessischer Landtag

Damit verband der Abend Musik und Gedenken auf eine Weise, die dem Begriff Erinnerungsarbeit eine unmittelbare Dimension gab. Der Volksbund pflegt nicht nur Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Er erforscht ihre Geschichten, vermittelt historische Zusammenhänge und arbeitet mit jungen Menschen.

Foto – Musik für Erinnerung und Verständigung: Zwei Musiker treten bei einer Veranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Hessischen Landtag auf. ©2026 Hessischer Landtag

Weitere Nachrichten das Land Hessen betreffend, lesen Sie hier.

Mehr vom der Hessischen Landtag

Diskutieren Sie mit

Diskutieren Sie mit

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert