Private und öffentliche Räume prägen Beziehungen. Assaf Grubers zeigt in seinen Werken Weltanschauungen und persönliche Biografien.

Bereits zum elften Mal haben die Landeshauptstadt Wiesbaden und der Nassauischen Kunstverein Wiesbaden das Stipendium „Follow Fluxus – Fluxus und die Folgen“ vergeben. Der Preisträger in diesem Jahr ist der 1980 in Jerusalem geborenen Künstler Assaf Gruber.

Künstlerische Verwirklichung

Die Jury entschied aus 44 Nominierungen einstimmig und begründete die Wahl wie folgt: Thematisch beschäftigt sich Assaf Gruber mit individuellen Ideologien und den dazu gehörenden speziellen Biografien, sowie deren Einfluss sowohl auf das private als auch das öffentliche Leben. Hierbei untersucht er besonders das Verhältnis von kulturellen Institutionen und Menschen, die sich auf Grund von erlebten Erfahrungen gegen ihre eigene künstlerische Verwirklichung und schließlich auch das Kunstestablishment richten.

Kultur, Religion und Natur

In seinen Filmen, Fotografien und Skulpturen setzt er dabei einen fließenden Fokus auf wichtige Entscheidungen, die von Individuen in ihrem täglichen Leben und ihren von der globalen Politik, Kultur, Religion und Natur beeinflussten Realitäten getroffen werden. Alle Narrative sind fiktional, mit fast schwarzem Humor und voller liebevollem Touch. Dies gilt sowohl für den Protagonisten als auch für die Kunstgeschichte im Allgemeinen. Die Weisheit liegt eben im Selbstverständlichen, aber nur dann, wenn man es als höchst unwahrscheinlich und damit kostbar zu erkennen vermag.

Das Follow Fluxus-Stipendium

Das Stipendium wurde 2008 initiiert und setzt sich seitdem zum Ziel, internationale junge Künstler zu fördern, die in ihrem Werk die Ideen der Kunstbewegung Fluxus aufgreifen und diese weiterentwickeln. Neben einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro beinhaltet das Stipendium einen dreimonatigen Arbeitsaufenthalt in der hessischen Landeshauptstadt (Juni bis September 2018) sowie eine Einzelausstellung im Kunstverein (August 2018 bis Mai 2019) inklusive einer Publikation.

Die Jury

Die fünfköpfige Jury 2018 setzte sich zusammen aus Christina Lehnert, Kuratorin Portikus, Städelschule – Staatliche Hochschule für Bildende Künste, Frankfurt, Bazon Brock, Gründer der Denkerei / Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen und Maßnahmen der hohen Hand, Berlin, und emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung, Bergische Universität Wuppertal, Michael Berger, Fluxus-Sammler und Mäzen, Wiesbaden, Dr. Isolde Schmidt, Referentin für Bildende Kunst, Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden, und Elke Gruhn, Künstlerische Leitung, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden. Gruber wurde von Jarosław Lubiak, künstlerischer Leiter des Ujazdowski Castle Centre for Contemporary Art in Warschau, für das Stipendium vorgeschlagen.

Zur Person Assaf Gruber

Der aktuelle Stipendiat Assaf Gruber lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte bildende Kunst am Higher Institute of Fine Arts in Wiesbadens Partnerstadt Gent und der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Seine Arbeiten waren bereits europaweit zu sehen, zuletzt erhielt er 2017 den Feature Expanded Development Award des Lo schermo dell’arte Film Festival in Florenz.

Bisherige Stipendiaten

Die bisherigen Follow Fluxus-Stipendiaten waren Emily Wardill (Großbritannien), Jimmy Robert (Guadeloupe), Aslı Sungu (Türkei), Kateřina Šedá (Tschechische Republik), Stefan Burger (Schweiz), Annette Krauss (Niederlande), Taro Izumi (Japan), Mehreen Murtaza (Pakistan), Adriana Lara (Mexiko) und Gerrit Frohne-Brinkmann (Deutschland).

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