Wie soll das Walhalla wieder zum Kulturort werden? Ein Aktionstag zur World Design Capital 2026 öffnet Pläne und Debatte.
Das Walhalla wartet seit Jahren auf seine Wiedergeburt. Nun soll sichtbar werden, wie es weitergeht. Beim Aktionstag am Dienstag, 15. September, öffnet die Stadt nicht das historische Gebäude selbst, wohl aber die Pläne für seine Zukunft. Rund um das Walhalla und in der Mauritius-Mediathek können sich die Wiesbadener über die geplante Sanierung und spätere Nutzung informieren. Der Aktionstag gehört zum Programm der World Design Capital 2026 in der Region Frankfurt RheinMain.
Ein Denkmal zwischen Vergangenheit und Zukunft
Dass sich am Walhalla etwas bewegt, lässt sich inzwischen auch von außen erkennen. Entlang des Festsaals läuft der Rückbau des Seitenschiffes, im Inneren nähert sich die Schadstoffsanierung ihrem Ende. So schafft die Stadt die Voraussetzungen für die eigentliche Sanierung des Einzelkulturdenkmals.
Der Gestaltungs- und Denkmalbeirat drängt darauf, das Gebäude möglichst bald denkmalgerecht instand zu setzen. Er verweist dabei nicht nur auf den bau- und kulturhistorischen Rang des Walhalla, sondern auch auf dessen „emotionalen Wert für mehrere Generationen der Stadtgesellschaft“.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sieht die Vorbereitungen für den Baustart als weitgehend abgeschlossen. Drei Jahre lang hätten städtische Mitarbeiter, SEG, Architekten, Gremien, Kulturschaffende und Bürger an den Plänen gearbeitet. Nun soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden.
Dabei geht es um mehr als Mauern, Säle und Denkmalschutz. Mende beschreibt das künftige Walhalla als einen Ort, der Kunst, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken könnte. Zugleich soll das Haus Menschen in die Innenstadt ziehen und über Wiesbaden hinaus ausstrahlen.
Programm zum Aktionstag Walhalla
15 Uhr – Jahrmarkt der 28 Sinne
Der Aktionstag startet gemeinsam mit dem Schloss Freudenberg mit einem „Jahrmarkt der 28 Sinne“ rund um das Walhalla.
16 Uhr – Vom Bewahren und Weitererzählen
Info-Veranstaltung an der Baustelle in der Hochstättenstraße mit Martin Horsten und Thorsten Brokmann von der Abteilung Denkmalschutz und Denkmalpflege der Bauaufsicht Wiesbaden.
17 Uhr – Wo wir stehen: Die Baugeschichte der Walhalla
Jan Schüler von B.A. Architektur, Planer in der Denkmalpflege, und Architekt Carsten von Schuckmann geben Einblicke in die Baugeschichte und den aktuellen Stand.
18 Uhr – Das Morgen aus dem Gestern denken
Prof. Felix Waechter vom Architekturbüro Waechter+Waechter und Dr. Ing. Henriette von Preuschen vom Landesamt für Denkmalpflege sprechen über den Umgang mit dem historischen Gebäude und seine Zukunft.
19 Uhr – Stadtgestaltung und Transformation
Gespräch in der Mauritius-Mediathek mit Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, Kulturamtsleiterin Prof. Claudia Hölbling, SEG-Geschäftsführerin Prof. Ute Knippenberger und Architekt Prof. Felix Waechter. Vanessa Remy, Projektleiterin Walhalla, moderiert.
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Ein Jahrmarkt der 28 Sinne eröffnet den Tag
Der Aktionstag Walhalla beginnt um 15 Uhr mit dem Schloss Freudenberg und einem „Jahrmarkt der 28 Sinne“ rund um das Gebäude. Danach rückt die Baustelle selbst ins Zentrum.
Um 16 Uhr sprechen Martin Horsten und Thorsten Brokmann von der Wiesbadener Denkmalpflege unter dem Titel „Vom Bewahren und Weitererzählen“. Eine Stunde später erklären Jan Schüler von B.A. Architektur und Architekt Carsten von Schuckmann unter dem Titel „Wo wir stehen“ die Baugeschichte des Walhalla.
Um 18 Uhr richten Prof. Felix Waechter vom Architekturbüro Waechter+Waechter und Dr. Henriette von Preuschen vom Landesamt für Denkmalpflege den Blick nach vorn. Ihr Thema „Das Morgen aus dem Gestern denken“ beschreibt zugleich das Spannungsfeld, in dem sich die Sanierung bewegt: Das Denkmal soll seine Geschichte bewahren und trotzdem wieder ein lebendiger Kulturort werden.
Musik erinnert an Heinz Lewin
Um 19 Uhr wechselt das Programm in die Mauritius-Mediathek. Dort diskutieren Mende, Kulturamtsleiterin Prof. Claudia Hölbling, SEG-Geschäftsführerin Prof. Ute Knippenberger und Felix Waechter über „Stadtgestaltung und Transformation“. Vanessa Remy, Projektleiterin des Walhalla und verantwortlich für das Konzept des Aktionstags, moderiert das Gespräch. Karim Abedi begleitet das Panel als Gebärdendolmetscher.
Auch die Geschichte des Hauses bekommt an diesem Abend eine Stimme. Anna Tyshayeva am Klavier und Michel Gershwin an der Violine spielen Werke des jüdischen Komponisten Heinz Lewin, der vor der Shoah im Walhalla wirkte.
Anschließend eröffnet Mende eine Ausstellung zur Sanierung und künftigen Nutzung. Besucher können an einer Beteiligungswand ihre Gedanken zu den Plänen hinterlassen. Die Schau bleibt bis 22. Oktober in der Mauritius-Mediathek und endet mit einem Panel unter dem Titel „Dritter Ort – Walhalla“, das gemeinsam mit der Körber-Stiftung entsteht.
Visualisierung ©2026 LH Wiesbaden
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Weitere Informationen zur Entwicklung der Walhalla.



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