Helmut Herrmann prägt den Wiesbadener Fußball über Jahrzehnte – nun trauert die Stadt um ihren Ehren-Kreisfußballwart.
Wiesbaden verliert mit Helmut Herrmann eine Persönlichkeit, die den lokalen Fußball über Jahrzehnte prägte. Der Ehren-Kreisfußballwart starb im Alter von 84 Jahren. Wer ihn erlebt hat, erinnert sich an klare Worte, feste Überzeugungen und eine unermüdliche Energie, wenn es um den Amateurfußball ging.
Vom Dotzheimer Platz in die Funktionärsarbeit
Seine Wurzeln liegen beim TuS 1848 Wiesbaden-Dotzheim. Dort spielte Herrmann, organisierte, übernahm Verantwortung – und blieb dem Verein später auch als Vorsitzender verbunden. Zwischenzeitlich wechselte er zum Biebricher FV 1902, wo er sogar mit Jürgen Grabowski den Sturm in der Hessenliga bildete.
Kämpfer mit Haltung
Als Kreisfußballwart – von 1993 bis 2008 – mischt Herrmann die Gremien auf. Er argumentiert, verhandelt, widerspricht. Wer ihm begegnet, merkt schnell: Hier spricht keiner, der nur verwaltet. Hier kämpft einer für Plätze, Vereine und Ehrenamtliche.
Im Verbandsspielausschuss vertritt er Wiesbadener Interessen mit Nachdruck. Gerade der Amateurbereich liegt ihm am Herzen. Wenn nötig, legt er sich auch mit den „Fußballoberen“ an – und bleibt dabei unbequem.
Ein Leben für den Sport
Auch nach seiner aktiven Funktionärszeit zieht er sich nicht zurück. Er bleibt präsent, begleitet Entwicklungen, mischt sich ein. Die Auszeichnung mit der DFB-Verdienstnadel im Jahr 2024 würdigt dieses Engagement – spät, aber passend.
Die Wiesbadener Sportlandschaft verliert mit ihm einen, der nicht nur organisiert, sondern gestaltet. Einen, der Diskussionen nicht scheut. Und einen, der weiß: Ohne Ehrenamt bewegt sich im Amateurfußball nichts.
Symbolfoto ©2024 Pixabay
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