Seit 150 Jahren gehört das St. Josefs-Hospital zu Wiesbaden. Das JoHo feiert sein Jubiläum mit Festakt, Gottesdienst und Chronik.
Vor 170 Jahren kamen die ersten Dernbacher Schwestern nach Wiesbaden. Sie pflegten Kranke zunächst zu Hause, lange bevor von Klinikverbünden, Gesundheitsökonomie oder Investitionsprogrammen die Rede war. Aus ihrem Einsatz entstand 1876 das St. Josefs-Hospital Wiesbaden. 150 Jahre später gehört das JoHo fest zur medizinischen Infrastruktur der Stadt.
Am Samstag feierte das Krankenhaus sein Jubiläum mit einem öffentlichen Gottesdienst in St. Bonifatius und einem Festakt. Dabei ging der Blick nicht nur zurück. Denn die Geschichte des Hauses erzählt auch davon, wie sehr sich Krankenversorgung immer wieder verändern muss.
Vom Schwesternhaus zum modernen Krankenhaus
Generalvikar Wolfgang Pax erinnerte an die Anfänge. Die Ordensschwestern hätten keinen Businessplan besessen, wohl aber gesehen, wo Hilfe gebraucht wurde. Aus dem kleinen Schwesternhaus wuchs ein Krankenhaus, das Ende des 19. Jahrhunderts von der Friedrichstraße an den Langenbeckplatz zog.
Weitere Bauphasen folgten, zuletzt mit dem neuen Gebäudeteil A. Medizinischer Fortschritt und baulicher Wandel ziehen sich damit durch die Geschichte des JoHo. Der auf Schwester Philomena zurückgehende Leitsatz „Einfach gut sein“ blieb dagegen bestehen.
Heute verfügt das St. Josefs-Hospital über rund 500 Betten, 17 Fachabteilungen und mehrere interdisziplinäre Zentren. Zum Verbund gehören zudem Krankenhäuser in Bad Schwalbach und Rüdesheim. Rund 2.600 Menschen arbeiten für den JoHo-Verbund.
Jubiläum trifft auf schwierige Zeiten
Dass Krankenhäuser derzeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen, spielte beim Festakt eine zentrale Rolle. Karl-Josef Schmidt, Vorsitzender des Stiftungsverwaltungsrates, warb deshalb für das „Zusammenstehen und gemeinsam nach vorne gehen“. Hessens Finanzminister Alexander Lorz verwies auf die Landesförderung für den ersten Teil des Neubaus. Das sei „gut angelegtes Geld“. Über weitere Ausbaupläne sei man im Gespräch.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende würdigte die Entwicklung des Hauses von bescheidenen Anfängen zu einer Wiesbadener Institution. Für die Bauarbeiten bei laufendem Krankenhausbetrieb gab es ein knappes „Hut ab“. Mende überreichte Geschäftsführer Martin Bosch zudem die goldene Stadtplakette der Landeshauptstadt.
280 Seiten Krankenhausgeschichte
Zum Jubiläum erscheint auch die Chronik „Einfach gut sein – Die Geschichte des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden“. Die frühere Stadtarchiv-Direktorin Brigitte Streich zeichnet darin auf 280 Seiten die Entwicklung des Hauses nach.
Für Geschäftsführer Martin Bosch ist diese Geschichte vor allem eine Geschichte der Menschen, die im JoHo arbeiten. Über Generationen hätten sie dazu beigetragen, das Krankenhaus zu einem wichtigen Teil der medizinischen Versorgung Wiesbadens und der Region zu machen. Das Jubiläum blickt deshalb nicht nur 150 Jahre zurück. Es führt mitten in eine Gegenwart, in der Krankenhäuser erneut vor großen Veränderungen stehen.
Foto – Festakt zum 150-jährigen Bestehen des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden. Von links: Stefan Herok, Schwester M. Theresia Winkelhöfer, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr, R. Alexander Lorz, Dr. Brigitte Streich, Gert-Uwe Mende, Martin Bosch, Karl-Josef Schmidt, Dr. Wolfgang Pax, Prof. Dr. Holger Hünemohr und Prof. Dr. Joachim Ehrlich. Foto: JoHo/Kathrin Trampnau
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Die Internetseite des St. Joseph Hospital Wiesbaden finden www.joho.de
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